Nachhaltige Elektronik - Worauf muss man achten?

In der Schule ist sie unser ständiger Begleiter: Die Technik. Sie soll unterstützen, das Arbeiten erleichtern und vor allem: einfach funktionieren!

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Jugendliche arbeiten mit Laptop

Technische Geräte wirken oft komplex und die Nachhaltigkeit scheint in anderen Bereichen des Schulalltags schon besser angekommen zu sein als in der Elektronik. Und doch gibt es sie.

5 Tipps für die nachhaltige Anschaffung und Verwendung von Computer, Laptop und Tablet

  1. Nutzungsaufgaben vor dem Kauf klären

Computer haben viele Tools, die kaum in ihrem vollen Umfang genutzt werden. Daher ist ein guter Tipp, sich vor dem Kauf die Nutzungsaufgaben zu überlegen.

  • Brauchen Sie für den Unterricht eine leistungsstarke Grafikkarte und einen Prozessor mit hoher Taktfrequenz für umfangreiche Spielanimationen, Foto- oder Videobearbeitung?
  • Oder möchten Sie Ihren PC vor allem für Schreibarbeiten nutzen?

Dann reicht die Standardausstattung eines energiesparenden Computers völlig aus. Ein energieeffizienter PC mit Flachbildschirm hat im Betrieb eine Leistungsaufnahme von maximal 60 Watt. Je mehr Leistung ein PC erbringt, desto höher ist sein Stromverbrauch. Energieeffizienz beginnt daher schon beim Kauf!

  1. Auf Umweltzeichen und Öko-Labels bei IT-Geräten achten

Für IT-Geräte, insbesondere für Desktop-PCs, Laptops, Bildschirme und Drucker gibt es diverse Umweltlabels:

  • Der Blaue Engel RAL-ZU 78a“,
  • das Österreichische Umweltzeichen bei Druckern
  • und der Energy Star bei PC, Laptop und Bildschirmen
  • sowie die TCO- und EPEAT-Labels.

Diese Umweltlabels garantieren, dass Umwelt- und Gesundheitskriterien wie eine energiesparende Funktion, recyclinggerechte Konstruktion und die Sicherheit bei elektrischen und magnetischen Feldern z.B. bei Monitoren gewährleistet sind. Wichtig zu wissen ist auch, dass der Blaue Engel und das EU-Eco Label die Nachlieferung von Ersatzteilen garantieren.

  1. „Schlafenszeiten“ für den PC, um Energie zu sparen

Ein bewusster und sparsamer Umgang mit der Ressource Strom, trägt dazu bei, dass wir weniger Strom produzieren müssen. Das hilft der Umwelt!
Lernen SchülerInnen bei längeren Pausen, den PC oder das Notebook in den Ruhezustand zu versetzen, kann das rasch zur sinnvollen Gewohnheit werden. Im Gegensatz zum Herunterfahren ist der Rechner dann schneller wieder einsatzfähig und er verbraucht keinen Strom, um Daten zu sichern.

Der Sleep-Modus ist die energieeffizienteste Möglichkeit, um kurze Arbeitspausen zu überbrücken. Einzelne Systemkomponenten werden abgeschaltet, wenn sie nicht benötigt werden wie z.B. Bildschirm oder Festplatte. Der Sleep-Modus kann automatisch über die Energiesparfunktion oder manuell eingestellt werden. Ein Notebook verbraucht im Ruhezustand weniger als 2 Watt, ein Stand-PC sollte nicht mehr als 3 Watt benötigen.

  1. Energiesparfunktionen selbst aktivieren

Die Energiesparfunktion finden Sie auch unter den Namen: „Power-Management“, „Energieverwaltung“, „Energieoptionen“ oder „Strom sparen“.

So können Sie bestimmen, wann Ihr PC oder Laptop automatisch in einen energiesparenden Modus versetzt wird. Das Power-Management kann die Leistungsaufnahme eines PCs um bis zu 90 Prozent verringern.
Produkte mit dem Energy Star-Label sind besonders energiesparend bzw. verfügen über Einstellungen zum Energiesparen.

  1. Aufbereitete PCs und Laptops (refurbished) sind nachhaltiger.

Auch bei PC, Laptops, und Tablets gibt es ein 2nd Life! Sind alte, aber noch funktionstüchtige PCs für die einen nicht mehr brauchbar, sind sie, nach einer Aufarbeitung, neue leistungsstarke Geräte.
Innovative Start-Ups nehmen sich ausgemusterten Computern an und verkaufen sie nicht nur an Schulen günstiger weiter. Ausprobieren lohnt sich!

Handys - auch hier geht es nachhaltiger

2020 besaßen 83% aller Österreicherinnen und Österreicher zwischen 15 und 69 Jahren ein Mobiltelefon.

Auch hier gilt es auf Umweltzeichen und Öko-Labels zu achten, sowie auf aufbereitete (refurbished) Smartphones zurückzugreifen, denn bei Handys entsteht die größte Umweltbelastung während dem Herstellungsprozesses!

Länger nutzen

Deswegen sollte zusätzlich die Nutzungsdauer von den meist 1,5 - 2 Jahren deutlich erhöht werden. Denn laut der Umweltorganisation European Environmental Bureau (EEB) könnten wir in Europa zwei Millionen Tonnen CO2 einsparen, wenn wir unsere Handys nur ein Jahr länger nutzen würden.

Um die Lebensdauer eines Handys zu erhöhen gibt es ein paar einfache Tricks:

  • Richtiges  Laden!
    Meist wird mit dem ersten Gedanken eines neuen Handys gespielt, sobald die Akkuleistung zu schwächeln beginnt. Das muss nicht sein, denn wer richtig lädt, hat sein Handy länger. Als Faustregel gilt: den Ladestand immer zwischen 30 und 80% halten, also weder auf 0% sinken noch auf 100% aufladen, so verlängert sich die Lebensdauer des Akkus.
     
  • Richtiges Schützen!
    Eine unbedachte Handbewegung und das Smartphone landet auf den Fliesen – Glasbruch gehört mit über 70 % zu den häufigsten Handyschäden. Auch das muss nicht sein. Eine Schutzfolie aus Panzerglas und ein sogenannter „Bumper“ (Handyhülle) verringern Absturzschäden um ein Vielfaches.
     
  • Richtiges Entsorgen!
    Falls das Handy nicht mehr hergeschenkt oder zum Aufbereiten verkauft werden kann, darf es auf keinen Fall im Restmüll landen! Allein die wertvollen Stoffe und seltenen Erden wie Silber, Kupfer und Palladium können bei fachgerechter Entsorgung zu 80% recycelt werden. Geben Sie ihr Handy daher entweder bei den Problemstoffsammelstellen der Abfallverbände ab, oder nutzen Sie Sammelaktionen wie z.B die Ö3 Wundertüte. Bei einem Neukauf sind Elektrofachgeschäft mit einer Verkaufsfläche von mehr als 150m2 verpflichtet, das alte Mobilgerät kostenlos zurücknehmen.
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